»Wo die wilden Maden graben«

24. August 2007 um 02:34 Uhr

Du liest und liest, kannst nicht wegschaun. Schaust auf, blickst wieder hinunter. Liest, und denkst. Kannst nicht lassen.
Loslassen.

Das Radio, es blinkt im Off. Du siehst es im Augenwinkel. Verschwommenes Blinken. An - Aus - An - Aus.
Schmelzen.

Alles verschmilzt zu wildem Gewirr.
Dein Zimmer zusammen geschmolzen.
Versinkt es in zarter Unschärfe.

Verschwimmst mit dem Rest. Dem Rest hinterm Buch.
Jetzt streifst du den Rand des Buches.
Ganz langsam kommst du ihm näher.

Nun versinkst du im Buch, lässt dich treiben.
Zwischen Zeichen und Wörter.
Zu Sätzen geformt.

Du lässt dich von ihnen führen. Sätze, wie Flöße im Wasser.
Treibst auf ihnen stromabwärts, dem Ende entgegen.

Absatz- e
   n
    d
     e.

Tastet mit der Hand nach der Tasse. Umklammerst sie.
Führst sie zum Mund, bedächtig. Der Kaffee ist kalt und bitter.
Doch dies stört dich nicht.

Endlich wieder! Mal wieder ein gutes Buch.
Offen und ehrlich, einfach, direkt.
Belebend, intensiv und witzig.

Du willst dir Notizen machen. Gelbe Zettel am Rand.
Bleistiftstriche im Text, Zwischen-Text.
Den Stift stets bereit.

Indes heute nicht. Heute fehlt dir die Zeit.
Du möchtest nur weiter lesen.
Keine Zeit für Notizen.

Liest es später nochmal für Notizen.
Für heute reicht, nur einfach zu

Lesen.

Kunst auf dem Mond

14. August 2007 um 12:09 Uhr

Unser kleiner Trabant besitzt tatsächlich ein unvorstellbar wertvolles Kunstwerk.

Der belgische Künstler Paul Van Hoeydonck wurde 1971 beauftragt, ein Kunstwerk für die nächste Mondmission Apollo 15 zu erstellen. Dieses wurde später durch den Astronauten Dave Scott auf dem Mond niedergelegt:

Fallen Astronaut

Quelle: Nasa

Das Kunstwerk enthält auf der Metallplatte sämtliche Namen aller bis 1971 gestorbenen Astronauten und - trotz des Wettstreits um die Vorherrschaft im Weltraum - auch die sämtlicher verstorbenen Kosmonauten. Neben der Metallplatte liegt ein gefallener Astronaut.

Die beiden Gegenstände sollten als stilles Mahnmal aufgestellt werden für alle bis dahin bei Weltraumeinsätzen oder Trainingseinheiten gestorbenen Astronauten. Daher wurde die Niederlegung der Gegenstände auch nicht - wie bei allen sonstigen Tätigkeiten üblich - im Funkverkehr zwischen Astronaut und Bodenstation erwähnt. Das Denkmal sollte nicht als bloßes Kunstwerk mißverstanden werden.

Die Niederlegung blieb so zunächst auch unbeachtet. Ein Jahr später reproduzierte Van Hoeydonck die Skulptur, und verkaufte sie für $750 pro Stück an Kunstliebhaber in aller Welt. Van Hoeydonck beteuerte stets, von der Funktion seines Kunstwerks als Mahnmal nichts gewußt zu haben.

Wie lange wird es wohl noch dauern, bis ein paar Millionen geboten werden, um das Original wieder zurück zu holen?

Neue Schimpfwörter gefällig?

6. August 2007 um 13:11 Uhr

Stinkt euch die alte Leier vom “Arschloch!” oder vom dummen Schwein! und selbst die “Dumpfbacke!” kommt euch schon zu altbacken vor?

Zeit für neue Schimpfwörter!

Wie wäre es statt dem altbekannten einmal mit
Schlamm-Schmiele!
Juckbohne!
Du aufgeblasener Fuchsschwanz!

Oder vielleicht hilft ein freundliches
Sumpf-Binse!!
zwischendurch für die dringend nötige Abkühlung der aufgeregten Freundin?

Dann hab ich hier für euch meine kleine Schimpfwörter-Sammlung aus dem Bereich der heimatlichen Blumen, Gräser und Halme. Man ahnt garnicht, welch hintersinnige Zeitgenossen unsere hiesigen Botaniker mitunter sind :smile:

Ich bitte um Verzeihung, wenn einige Wörter sexistisch anmuten - ich habe versucht, gerecht auf die Geschlechter aufzuteile :lol:

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Pampelmuse oder Grapefruit?

6. August 2007 um 12:42 Uhr

Jahrelang wurde ich von mir bekannten Kuh-Schweizern und Sauschwaben immer belächelt ob meines von Jugend an eingeprägten Begriffs der Pampelmuse. Das hieße doch heutzutage “Grapefruit”, und ich solle mir doch diesen lächerlichen DDR-Begriff (der womöglich von Hitler erfunden wurde? :shock: ) endlich abgewöhnen.

Nun mußte ich mit Erschrecken feststellen, daß Pampelmuse nicht etwa ein althergebrachter Begriff für eine bekannte Zitrusfrucht ist - nein, die Pamelmuse ist ein eigenes Gewächs. Und Achtung! - unsere heutige Grapefruit stammt ursprünglich von der Pampelmuse ab.

Mehr noch - heute wird häufig eine gewöhnliche Grapefruit fälschlicherweise gar als Pampelmuse bezeichnet.

Dies lies mich tief erschauder. Hatte ich doch recht mit meiner ungewöhnlichen Bezeichnung?

Darum rufe ich zum Artenschutz auf:

Erhaltet die Pampelmuse!

Jetzt frage ich mich nur noch eines - habe etwa auch ich jahrelang gewöhnliche Grapefruits gegessen und sie als Pampelmusen bezeichnet? :shock: